EU-Strategie gegen Verbrechen: Warum VPNs ins Visier geraten

Wenn es um Datenschutz geht, gilt die EU oft als Vorreiterin, die weltweit Maßstäbe setzt. Mit der Einführung der wegweisenden Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) im Jahr 2018, die als Standard für den Schutz personenbezogener Daten angesehen wird, ist dieses Lob auch nicht ganz unberechtigt.

In den letzten Jahren jedoch haben verschiedene Gruppen innerhalb der EU Initiativen vorgeschlagen, die ein anderes fundamentales digitales Grundrecht gefährden könnten — eines, das eng mit dem Schutz personenbezogener Daten verknüpft ist: das Recht auf Privatsphäre. Bis vor Kurzem galt der sogenannte „Chatkontrolle“-Vorschlag als größte Bedrohung. Er hätte dazu führen können, dass Ende-zu-Ende-verschlüsselte Messenger verpflichtet werden, sämtliche Fotos, Videos und Links, die Sie mit anderen teilen, automatisch zu scannen. Dieser Vorschlag wurde bislang (noch) nicht umgesetzt, nachdem mehrere Länder starke Bedenken bezüglich seiner weitreichenden Folgen für die Privatsphäre geäußert haben.

VPNs als „zentrale Herausforderung“ für Strafverfolgungsbehörden

Die aktuelle Bedrohung geht von einem neu veröffentlichten Bericht der High-Level Group (HLG) aus. Diese Arbeitsgruppe erhielt im Juni 2023 den Auftrag, „bestehende Herausforderungen“ zu analysieren, denen Strafverfolgungsbehörden in der EU im Zusammenhang mit dem Datenzugang gegenüberstehen, sowie mögliche Lösungsansätze zu identifizieren.

Im März 2025 wurde die Abschlussversion des Berichts veröffentlicht. Darin werden VPNs als eine der zentralen Herausforderungen für die Arbeit der Behörden benannt.

Verschlüsselte Geräte und Apps, neue Kommunikationsanbieter, virtuelle private Netzwerke (VPNs) usw. wurden entwickelt, um die Privatsphäre legitimer Nutzer:innen zu schützen. Gleichzeitig bieten sie Kriminellen jedoch effektive Möglichkeiten, ihre Identität zu verbergen, illegale Produkte und Dienstleistungen zu vermarkten, Zahlungen abzuwickeln sowie ihre Aktivitäten und Kommunikation zu verschleiern — und so Ermittlungen, Aufdeckung und Strafverfolgung zu umgehen.

Es ist das erste Mal, dass VPNs von EU-Institutionen explizit als Herausforderung für die Arbeit von Strafverfolgungsbehörden bezeichnet werden. Diese Einordnung ist bedenklich — denn etwas als „Herausforderung“ zu bezeichnen, bedeutet in der Regel auch, dass man es überwinden möchte, oder?

Zugutehalten muss man dem Bericht allerdings, dass mehrfach betont wird, wie wichtig ein Gleichgewicht zwischen dem Zugang zu Informationen einerseits und dem Schutz der Privatsphäre sowie der Sicherheit andererseits sei. An einer Stelle werden „einige Strafverfolgungsexperten“ zitiert, die „darauf hingewiesen“ hätten, dass Verschlüsselung in bestimmten Fällen so gestaltet sei, dass sie sowohl Sicherheit als auch Inhalts-Scanning ermögliche.

Ausschnitt

Wir sehen das anders. Auch wenn die Autoren des Berichts bemüht sind, vorsichtig zu formulieren und von einem Kompromiss zwischen Privatsphäre und Ermittlungszugang sprechen — in Wirklichkeit schließen sich diese beiden Dinge gegenseitig aus. Der Zugang für Behörden bedeutet immer eine Schwächung der Verschlüsselung und damit auch der Privatsphäre, die entscheidend für den Schutz persönlicher Daten ist.

Mit der neuen Initiative „ProtectEU“, einem überarbeiteten Konzept für die innere Sicherheit Europas, wächst die Sorge, dass digitale Grundrechte künftig zugunsten erweiterter Strafverfolgungsbefugnisse ins Hintertreffen geraten könnten. Ein zentrales Ziel der Strategie besteht darin, „den Strafverfolgungsbehörden zeitgemäße Instrumente zur Kriminalitätsbekämpfung an die Hand zu geben – insbesondere durch „rechtmäßigen Zugang zu Daten“.

Ein Blick in die Details zeigt: Die Kommission beabsichtigt, einen Fahrplan zur Verschlüsselung zu entwickeln und eine Folgenabschätzung durchzuführen, um die Regeln zur Vorratsdatenspeicherung auf EU-Ebene zu überarbeiten. Auch wenn das zunächst harmlos klingt — vieles deutet darauf hin, dass es sich dabei lediglich um diplomatisch formulierte Vorbereitungen für verpflichtende Hintertüren in der Verschlüsselung handelt.

In dieser Debatte gibt es keinen Mittelweg

Der jüngste Fokus der Europäischen Union auf VPN-Dienste — zusammen mit Ende-zu-Ende-verschlüsselten Messenger-Apps — macht ein zentrales Problem deutlich: Der Drang nach mehr Datenzugriff geht auf Kosten persönlicher Freiheiten. Auch wenn nachvollziehbar ist, dass Strafverfolgungsbehörden Instrumente zur Verbrechensbekämpfung benötigen, gibt es in dieser Diskussion keinen Mittelweg. Es steht eine grundlegende Entscheidung an: Entweder man entscheidet sich für Sicherheit und Anonymität, oder man akzeptiert Mechanismen, die die Erfassung von Nutzerdaten ermöglichen. Und sobald man diese Erfassung zulässt, begibt man sich auf eine abschüssige Bahn, auf der langfristig die Privatsphäre von Millionen Menschen gefährdet wird.

Die HLG hat VPN-Dienste klar ins Visier genommen und als „zentrale Herausforderung“ für Ermittlungen bezeichnet. VPNs anonymisieren die Online-Aktivitäten der Nutzer:innen, indem sie deren IP-Adressen verbergen. Das erschwert es den Behörden, Metadaten zu erfassen, die zur Identifikation von Verdächtigen beitragen könnten. Gerade weil Metadaten — etwa wer, wann und von wo kommuniziert — in vielen Fällen ebenso aufschlussreich wie der eigentliche Inhalt sein können, wird dies als ernstzunehmendes Hindernis gesehen. Besonders beunruhigend ist, dass die Empfehlungen des Berichts darauf hindeuten, dass alle Dienste verpflichtet werden sollen, Metadaten zu speichern und auf Anfrage an Ermittlungsbehörden weiterzugeben — unter Androhung von Sanktionen.

Viele VPN-Anbieter — insbesondere solche mit strenger No-Logs-Politik — sind so konzipiert, dass sie die Anonymität und Sicherheit der Nutzerdaten konsequent schützen. Das bedeutet: Sofern keine grundlegenden technischen Änderungen vorgenommen werden, können diese Dienste die geforderten Informationen gar nicht bereitstellen — selbst wenn sie es wollten. Sie haben diese Daten schlicht nicht. Ein rechtlicher Rahmen, der VPN-Anbieter zur Speicherung von Metadaten verpflichtet — womöglich über längere Zeiträume hinweg —, würde das Geschäftsmodell vieler Anbieter untergraben und könnte dazu führen, dass sie sich vollständig vom EU-Markt zurückziehen.

Ein solcher Rückzug wäre kein Novum: Bereits 2022 verließen zahlreiche VPN-Dienste Indien, nachdem ein Gesetz sie dazu verpflichtete, umfangreiche Nutzerdaten — inklusive Namen — über längere Zeiträume zu speichern. Die Reaktion war ein massenhafter Rückzug von Servern und Diensten aus dem Land.

Ein weiteres Beispiel ist der Fall Telegram: Der Dienst geriet massiv unter Druck, nachdem französische Behörden den Gründer Pavel Durov festgenommen hatten. Die Plattform, einst ein Bollwerk der Privatsphäre, begann anschließend damit, zunehmend Nutzerdaten wie IP-Adressen und Telefonnummern an die Behörden weiterzugeben.

Wenn die EU VPN-Dienste dazu verpflichtet, Nutzerdaten zu sammeln und weiterzugeben, wird sie damit genau die datenschutzfreundlichen Dienste vertreiben, die zur digitalen Selbstbestimmung beitragen – und so die Grundrechte ihrer Bürger:innen schrittweise schwächen. Die entscheidende Frage lautet daher:

Ist es wirklich gerechtfertigt, die Privatsphäre von zig Millionen Menschen zu opfern, um möglicherweise einige wenige Täter aufzuspüren? Ist dieser Grad an Überwachung tatsächlich notwendig?

Unserer Ansicht nach dürfen wir den Blick für das Wesentliche nicht verlieren: den Schutz der Privatsphäre in einer digitalen Welt.

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
9.332 9332 Benutzerbewertungen
Ausgezeichnet!

AdGuard VPN für Windows

Verwenden Sie einen beliebigen Browser oder App und sorgen Sie sich nie wieder um Ihre Anonymität. Mit AdGuard VPN steht Ihnen die ganze Welt zur Verfügung.
Herunterladen
Durch das Herunterladen akzeptieren Sie die Bedingungen des Lizenzvertrags
Mehr erfahren
Der Hauptbildschirm von AdGuard VPN für Windows mit einer aktiven VPN-Verbindung.
Der Hauptbildschirm von AdGuard VPN für Windows mit dem Status „Nicht verbunden“.
Der Bildschirm „Ausnahmen“ mit einer Liste von Websites, die das VPN nicht verwenden.
9.332 9332 Benutzerbewertungen
Ausgezeichnet!

AdGuard VPN für Mac

Wählen Sie mit nur zwei Klicks einen unserer 75+ Standorte auf der ganzen Welt aus, und Ihre Daten werden sicher vor den neugierigen Blicken.
Herunterladen
Durch das Herunterladen akzeptieren Sie die Bedingungen des Lizenzvertrags
Mehr erfahren
Der Hauptbildschirm von AdGuard VPN für Mac mit einer aktiven VPN-Verbindung.
Der Hauptbildschirm von AdGuard VPN für Mac mit dem Status „Nicht verbunden“.
Der Bildschirm „Ausnahmen“ mit einer Liste von Websites, die das VPN nicht verwenden.
9.332 9332 Benutzerbewertungen
Ausgezeichnet!

AdGuard VPN für Android

Bleiben Sie mit AdGuard VPN überall anonym! Dutzende von Standorten, schnelle und zuverlässige Verbindung – alles in Ihrer Tasche.
Mehr erfahren
Herunterladen
Durch das Herunterladen akzeptieren Sie die Bedingungen des Lizenzvertrags
Google Play
Durch das Herunterladen akzeptieren Sie die Bedingungen des Lizenzvertrags
Der Hauptbildschirm von AdGuard VPN für Android mit einer aktiven VPN-Verbindung.
Der Hauptbildschirm von AdGuard VPN für Android mit dem Status „Getrennt“.
Der Bildschirm „Standorte“ mit den schnellsten verfügbaren Servern.
Der Bildschirm „Ausnahmen“ mit einer Liste von Websites, die das VPN nicht verwenden.
Der Bildschirm mit einem QR-Code zur Installation von AdGuard VPN.
9.332 9332 Benutzerbewertungen
Ausgezeichnet!

AdGuard VPN für iOS

Schützen Sie Ihre Daten überall im Internet. Genießen Sie Ihre Lieblingsfilme und -Serien und bleiben Sie dabei sicher mit AdGuard VPN!
Mehr erfahren
App Store
Durch das Herunterladen akzeptieren Sie die Bedingungen des Lizenzvertrags
Der Hauptbildschirm von AdGuard VPN für iOS mit einer aktiven VPN-Verbindung.
Der Hauptbildschirm von AdGuard VPN für iOS mit dem Status „Nicht verbunden“.
Der Bildschirm „Standorte“ mit den schnellsten verfügbaren Servern.
Der Bildschirm „Ausnahmen“ mit einer Liste von Websites, die das VPN nicht verwenden.
Der Bildschirm mit einem QR-Code zur Installation von AdGuard VPN.
9.332 9332 Benutzerbewertungen
Ausgezeichnet!

AdGuard VPN für Android TV

Entdecken Sie AdGuard VPN für Android TV! Genießen Sie nahtloses Streaming, verbesserte Sicherheit und eine einfache Einrichtung.
Herunterladen
Durch das Herunterladen akzeptieren Sie die Bedingungen des Lizenzvertrags
Google Play
Durch das Herunterladen akzeptieren Sie die Bedingungen des Lizenzvertrags
Mehr erfahren
Der Hauptbildschirm von AdGuard VPN für Android TV mit einer aktiven VPN-Verbindung zu einem Server in Helsinki, Finnland.
9.332 9332 Benutzerbewertungen
Ausgezeichnet!

AdGuard VPN für Chrome

AdGuard VPN für Edge

AdGuard VPN für Firefox

AdGuard VPN für Opera

Verbergen Sie Ihren Standort und „bewegen“ Sie sich an einen beliebigen Ort der Welt, öffnen Sie alle Inhalte ohne Einschränkungen und bleiben Sie im Web anonym.
Wechseln Sie mit einem Klick den Standort, verbergen Sie Ihre IP und machen Sie Ihr Surfen im Internet sicher und anonym.
Schützen Sie Ihre Privatsphäre, erhalten Sie Zugriff auf geografisch eingeschränkte Inhalte, entscheiden Sie, auf welchen Websites Sie das VPN benötigen und auf welchen nicht.
Seien Sie ein Ninja in Ihrem Opera-Browser: Bewegen Sie sich schnell in jeden Teil der Welt und bleiben Sie unbemerkt.
Installieren
Durch das Herunterladen akzeptieren Sie die Bedingungen des Lizenzvertrags
Mehr erfahren
Installieren
Durch das Herunterladen akzeptieren Sie die Bedingungen des Lizenzvertrags
Mehr erfahren
Installieren
Durch das Herunterladen akzeptieren Sie die Bedingungen des Lizenzvertrags
Mehr erfahren
Installieren
Durch das Herunterladen akzeptieren Sie die Bedingungen des Lizenzvertrags
Mehr erfahren
Der Hauptbildschirm der AdGuard VPN-Browsererweiterung mit einer aktiven VPN-Verbindung.
Der Bildschirm „Standorte“ mit den schnellsten verfügbaren Servern.
9.332 9332 Benutzerbewertungen
Ausgezeichnet!

AdGuard VPN für Router

Installieren Sie AdGuard VPN auf Ihrem Router, um Ihr gesamtes Netzwerk zu schützen. Entscheiden Sie, welche Geräte geschützt werden sollen und wann
Diese Option ist nur mit einem AdGuard VPN-Abonnement verfügbar
Ein Router mit einem Schlüsselloch-Schildsymbol.
9.332 9332 Benutzerbewertungen
Ausgezeichnet!

AdGuard VPN für Linux

Holen Sie sich das beste kostenlose VPN für Linux und genießen Sie nahtloses Surfen im Internet, verbesserte Sicherheit, Verschlüsselung des Internetverkehrs und Schutz vor DNS-Lecks. Wählen Sie aus mehreren VPN-Servern und greifen Sie auf die gewünschten Standorte zu
Das Maskottchen von AdGuard VPN, Tengu, sitzt zusammen mit dem Linux-Pinguin Tux im Gebüsch.
9.332 9332 Benutzerbewertungen
Ausgezeichnet!

AdGuard VPN für Apple TV

Entdecken Sie AdGuard VPN für Apple TV! Genießen Sie nahtloses Streaming, verbesserte Sicherheit und eine einfache Einrichtung
Diese Option ist nur mit einem AdGuard VPN-Abonnement verfügbar
Ein Apple-TV-Streaminggerät mit dem Logo von AdGuard VPN.
9.332 9332 Benutzerbewertungen
Ausgezeichnet!

AdGuard VPN für Xbox

AdGuard VPN ist einfach einzurichten. Es schützt die Xbox und sorgt für nahtloses Online-Gaming und mehr Sicherheit
Diese Option ist nur mit einem AdGuard VPN-Abonnement verfügbar
Eine Microsoft Xbox-Konsole und ein Controller mit dem AdGuard VPN-Logo.
9.332 9332 Benutzerbewertungen
Ausgezeichnet!

AdGuard VPN für PS4/PS5

Schützen Sie Ihre PlayStation mit AdGuard VPN und genießen Sie nahtloses Online-Gaming, verbesserte Sicherheit und eine einfache Einrichtung. Wählen Sie aus mehreren VPN-Servern und greifen Sie auf die gewünschten Standorte zu
Diese Funktion ist nur mit einem AdGuard VPN-Abonnement verfügbar
Diese Option ist nur mit einem AdGuard VPN-Abonnement verfügbar
Eine Sony PlayStation-Konsole und ein Controller mit dem AdGuard VPN-Logo.
9.332 9332 Benutzerbewertungen
Ausgezeichnet!

AdGuard VPN für Chromecast

Installieren Sie AdGuard VPN auf Ihrem Google TV (Chromecast Gen 4) oder Netzwerkrouter (Chromecast Gen 3) und genießen Sie das Streaming mit Chromecast, während Sie online anonym bleiben und von überall auf Inhalte zugreifen können. Für Chromecast Gen 3 ist ein AdGuard VPN-Abonnement erforderlich
Diese Option ist nur mit einem AdGuard VPN-Abonnement verfügbar
Ein Google-Chromecast-Streaminggerät mit einem Schlüsselloch-Schildsymbol.
AdGuard VPN
wird heruntergeladen
Klicken Sie auf die Schaltfläche mit dem Pfeil, um die Installation zu starten.
Scannen Sie den QR-Code, um AdGuard VPN auf Ihrem Mobilgerät zu installieren
Der Bildschirm mit einem QR-Code zur Installation von AdGuard VPN.